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Ein bisschen Bullerbü

  • 18. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Vor ein paar Tagen haben wir uns eine Reportage über Südschweden angesehen. Es ging um Småland und die Gegend von Bullerbü. Da waren diese schönen rot-weißen Schwedenhäuser zu sehen, inmitten von sattgrünen, weiten Landschaften, die ein große Ruhe ausgestrahlt haben. Natürlich waren die Filmaufnahmen bei bestem Wetter gedreht. So leuchteten die Seen blau, die Wiesen saftig grün, und die Sonne ließ alles in klarem, reinem Licht erstrahlen. Die Geschichten von Astrid Lindgren klangen an, die von Bullerbü und auch die von Michel aus Lönneberga.

„Was für eine schöne Gegend!“, dachte ich. Und: „Da wäre ich jetzt auch gerne!“ Sehnsucht wurde wach. Sehnsucht nach Weite, Freiheit, Ruhe, Entspannung, nach klarem Licht, das alles leuchten lässt. Und Sehnsucht nach Leichtigkeit und Unbeschwertheit, diese Qualitäten, die die Kinder von Bullerbü erleben, bei ihren kleinen Abenteuern auf den Höfen und in der Natur.

Brauchen wir nicht alle ein bisschen Bullerbü? Ja, ich glaube, wir alle brauchen in diesen Zeiten ein bisschen die Idee von Bullerbü. Wir sehnen uns nach Entspannung und Leichtigkeit, und insbesondere nach Unbeschwertheit. Die Zeiten im Äußeren sind unruhig, energetisch oft anstrengend, und viele spüren eine kollektive Schwere auf der Arbeit oder in ihrem Alltagsumfeld, die an den Kräften zehrt.

Was können wir da tun? Uns unserem Leben entziehen und tatsächlich nach Småland entfliehen? In der Realität wohl kaum. Dann vielleicht in Gedanken? Nun, das geht schon. Doch wenn wir uns in diese Welt gedanklich flüchten, so befinden wir uns zu einem Teil in unserer „tatsächlichen“ Realität und zu einem anderen Teil sind wir weg. Da wäre es doch besser, wir könnten in unserem Alltag ein bisschen Bullerbü integrieren, oder nicht? So bräuchten wir gedanklich nicht weg zu sein.

Und da kommen mir wieder die Geschichten von Astrid Lindgren in den Sinn, diesmal allerdings die von Pippi Langstrumpf, die in dieser Reportage natürlich auch ihren Platz fanden. Pippi singt uns fröhlich vor: „Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt“. Das ist in der Essenz das, was auch der spirituelle Satz „Wir erschaffen uns unsere Realität selbst.“ bedeutet.

Wir haben die Freiheit, uns ein Stückchen Bullerbü in unserem Alltag selbst zu erschaffen. Inseln der Freiheit und Unbeschwertheit, und wenn es nur für zwanzig Minuten am Tag ist. Wir haben die Möglichkeit, im Rahmen dessen, was notwendig und an Aufgaben vorgegeben ist, immer auch das zu tun, was wir gerne tun möchten oder was uns guttut. Das steigert unsere Freude im Alltag, macht uns stärker und weniger abhängig von dem, was um uns herum oder in der Welt geschieht.




Und gerade dann, wenn wir gut für uns selbst sorgen, wenn wir es uns gut gehen lassen, dann stecken wir auch andere mit unserer Freude an, und aus den kleinen Inseln der Lebensfreude wird vielleicht bald schon eine große, in einem stillen, blauen See. In einem blauen See mit klarem Wasser und sattgrünen Wiesen darum herum, ebenso wie in Südschweden. Dann ist unsere Alltagswelt ein bisschen schöner geworden.

Brauchen wir nicht alle ein bisschen Bullerbü?

 
 
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